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| EU-Wahl 7. Juni: Stimme abgeben! |
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Wahlaufruf
Mehr als 200.000 Muslime in Österreich sind Staatsbürgerinnen und Staatsbürger. Von dieser großen Gruppe innerhalb der muslimischen Gemeinschaft geht in besonderem Maße das Anliegen aus, endlich auch in der breiten Außenwahrnehmung als lebendiger Teil Österreichs verstanden zu werden und damit alte Gastarbeiterklischees zu überwinden. Unter dem Motto „Integration durch Partizipation“ soll die Vereinbarkeit einer Identität als Muslim und Österreicher/Europäer sichtbar werden.
Daher sollte es selbstverständlich sein, bei der am Sonntag, dem 7. Juni stattfindenden Europawahl als muslimische Österreicherin und muslimischer Österreicher vom Wahlrecht Gebrauch zu machen. Denn die Möglichkeit der Teilhabe an demokratischen Prozessen bildet eine hohe Verantwortung, ja eine Verpflichtung. Schließlich entscheidet jede einzelne Stimme darüber mit, welche Mandatare die Vertretung österreichischer und europäischer Interessen im europäischen Parlament innehaben werden. Wer garantiert sehen möchte, dass sich das europäische Friedensprojekt konstruktiv weiterentwickelt und nicht durch Ängste schürende Populisten gehemmt wird, dem ist die Dringlichkeit die eigene Stimme abzugeben klar. Es gibt eine Möglichkeit, Islamfeindlichkeit, Hetze und das gegeneinander Ausspielen von Bevölkerungsgruppen zurückzuweisen: Wählen gehen!
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| Abendland nicht in Faschistenhand! |
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Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich begrüßt die klare Positionierung der christlichen Kirchen im Lande gegen den Wahlkampfslogan der FPÖ „Abendland in Christenhand“. Die dahinter stehende Argumentation tragen wir ausdrücklich auch von muslimischer Seite mit: Religion darf nicht missbraucht werden, um Menschen gegeneinander auszuspielen. Als Muslime unterstreichen wir, dass eine zentrale Botschaft des Islam darin liegt, die Vielfalt der Motivationen im Streben nach einer menschlichen und gerechten Welt anzuerkennen. Das pluralistische „Wetteifern in guten Werken“ steht dabei für ein Konzept von Frieden und Verständigung.
Die andauernde Unterstellung, Muslime würden gleichsam wie „im Auftrag der Religion“ bereits mit ihrer Sichtbarkeit im öffentlichen Leben an einer Art „Unterwanderung Österreichs“ oder gar einer „Machtübernahme“ arbeiten, ist höchst gefährlich für den gesellschaftlichen und religiösen Frieden im Land. Darüber hinaus sind derartige Phantastereien aus islamisch theologischer Sicht kompletter Schwachsinn. Mit dem penetrant verwendeten Begriff „Islamisierung“ sollen Ängste hervorgerufen werden, die dann als moralische Rechtfertigung dienen, Muslime ungleich zu behandeln, zu diskriminieren und zu schikanieren. Zur menschenverachtenden Strategie scheint auch zu gehören, mit den durch Vorgängerplakate geschürten anti-islamischen Ressentiments zu verdecken, dass der jüngste Slogan nicht nur islamfeindlich, sondern auch antisemitisch ist, ja generell alle Menschen nicht-christlichen Bekenntnisses krass ausgrenzt und stigmatisiert.
Umso wichtiger ist die entschiedene Zurückweisung durch den Ökumenischen Rat der Kirchen, wobei zu wünschen ist, dass sich dieser eine breite gesellschaftspolitische Debatte anschließt. Die Meinung, zu Aggression provozierenden Plakaten zu schweigen, um den Hetzern nicht noch mehr Publicity zu geben, kann gefährlich werden. Denn nicht zuletzt in einer Häufung der Islamischen Glaubensgemeinschaft gemeldeten Übergriffe gegen Muslime sehen wir, wie ernst die Lage ist. Innerhalb kürzester Zeit wurde ein kopftuchtragendes Mädchen in der Donaustadt von zwei jugendlichen Schlägern verprügelt, einer Frau ihr Kopftuch auf offener Straße heruntergezogen und ihr Haar mit einem Getränk überschüttet und eine Muslimin auf einem Bahnsteig bespuckt und grob beschimpft.
Gerade vor dem Gedenktag der Kapitulation des Hitler-Regimes sollte es Konsens sein: „Abendland nicht in Faschistenhand!“
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| Wir sind die Islamische Glaubensgemeinschaft! |
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Als Reaktion auf die Diskussion um den Repräsentationsanspruch der Islamischen Glaubensgemeinschaft meldeten sich in einer gemeinsamen Sitzung die Obleute der muslimischen Verbände und Vereine zu Wort.
Wir sind die Islamische Glaubensgemeinschaft!
Erklärung der muslimischen Dachverbände, Organisationen und Moscheegemeinden
Die unterzeichnenden muslimischen Organisationen und Moscheegemeinden sehen mit Besorgnis Tendenzen, die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich als gemeinsames offizielles Vertretungsorgan der Muslime in Österreich in Frage zu stellen. Wir erklären daher, dass wir keinen Keil zwischen uns treiben lassen. Zu einem authentischen und lebhaften innermuslimischen Diskurs gehört es selbstverständlich dazu, in Einzelfragen auch einmal verschiedene Auffassungen oder Lösungsmodelle zu entwickeln. In unserer ganzen Bandbreite bilden wir allerdings die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich. Wir sehen uns als Vereine der Islamischen Glaubensgemeinschaft, die alle gemeinsam die Linie mittragen und verfolgen, die Vereinbarkeit einer Identität als Muslime und Österreicher zu unterstreichen und damit Muslime als Teil der österreichischen Gesellschaft bewusst zu machen.
Wien, am 9. Februar 2009
Islamische Föderation in Wien
45 Moscheen
Union Islamischer Kulturzentren in Österreich
45 Moscheen
Islamischer Koordinationsrat
45 angeschlossene Vereine und Moscheen
Österreichisch-Türkische Föderation in Wien
30 Moscheen
Dachverband Bosnisch Islamischer Vereine in Österreich
22 Moscheen
Union albanischer Muslime in Österreich
12 Moscheen
Islamische Vereinigung AhlulBayt, Dachverband für schiitische Vereine
7 Moscheen
Liga Kultur
5 Moscheen, bzw. Einrichtungen
Gesellschaft für Zusammenkunft der Kulturen, Schura Moschee
Türkisch- Österreichischer Kulturverein
Ar-Rasheed, Nigerianisch-Islamischer Verein
Ibn Taimia Moschee
As-Salam Moschee
Muslimische Jugend Österreich MJÖ
6 Landes- 1 Bundesorganisation
Muslimische Pfadfinder Österreich MPÖ
1 Bundesorganisation
Junge Musliminnen Österreich JMÖ
1 Bundesorganisation
Ägyptischer Klub
Islamischer Kulturverein
ATAM, Zentrum für türkische und österreichische Akademiker
Völkerverständigungsverein
Wonder Verein
Verein für arabische und islamische Kultur und Geschichte
Abu Hanifa Institut
Muslimische Kinder- und Jugendfreunde in Österreich
Irakhilfswerk
Zentrum der islamischen Forschung, Dokumentation und Bildung
Verein von Immigranten Tunesiens in Österreich
Bündnis Mosaik
Muslimischer Lehrerverein Wien, NÖ und Burgenland
Muslimischer Lehrerverein, Oberösterreich
Muslimischer Akademikerbund
Hania-Verein für Frauen und Kinder
Österreichisch-Arabische Ärzte- und Apothekervereinigung
SOLMIT, Islamisches Gymnasium Wien
Forum muslimischer Frauen
Initiative muslimischer ÖsterreicherInnen
Bangladisch Baytull Mukkarram
Bangladisch Majidul Fallah
Islamisches Forum der österreichischen Muslime
Verein der Erleuchtung Nur
2 Moscheen
Bait ul Muhtadin
Internationales Schulzentrum Muhammad Assad
Islamologisches Institut e.V.
Fünfhaus Jugend Verein - Bilali Habes Moschee
Mevlana Verein
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